Der Schlüssel soll immer noch ins Schloss passen | Das Schlüssel-Schloss-Prinzip auf dem Prüfstand

Endlich wurde die Stelle vom Vorstand bewilligt. Es ist auch an der Zeit, dass Verstärkung in das Team kommt und die Personalabteilung nimmt die Anforderungen aus dem Fachbereich auf. Anzeigen werden geschaltet, auf der firmeneigenen Webseite wird das Stellenangebot platziert und dann?

Vor einigen Jahren waren es hunderte qualifizierte Bewerbungen, die die Einführung ganzer automatisierter Bewerbermanagementsysteme von Nöten machte. Die Qualität dieser Software ist dann dafür ausschlaggebend, ob ein Kandidat beim Personaler oder gar beim Verantwortlichen im Fachbereich landet. Es sind immer die gleichen Befehlsketten, die hinter den magischen mathematischen Formeln verborgen sind: Wenn, dann und sonst. Der Abgleich zwischen einer Stellenausschreibung und einer Stellenbeschreibung gelingt damit sicherlich ganz gut, aber Schlüsselqualifikationen werden nicht erkannt. Auch nicht, ob die erste Arbeitsprobe eines Bewerbers, seine schriftliche und aussagefähige Bewerbung überhaupt adäquat sind.

Die Bewerberzahlen sind stark zurückgegangen und die Kandidaten anspruchsvoller geworden. Sie wollen umworben werden – und zwar persönlich. Sie wollen ihre Daten keinem Roboter anvertrauen und Formulare ausfüllen. Das gilt vor allem häufig für die interessanten Kandidaten mit besonders gefragten Schlüsselqualifikationen.

Damit der Schlüssel auch tatsächlich ins Schloss passt, sind viele weitere Erfolgsfaktoren zu berücksichtigen, die wir nicht automatisiert messen können. Dazu sind weitere Abgleiche von Nöten. Passt der Kandidat oder die Kandidatin tatsächlich charakterlich zu der Aufgabe und bleibt deshalb auch länger im Unternehmen? Passt er/sie in das Team? Hat er/sie ähnliche Wertvorstellungen wie das Unternehmen? Ist er/sie motiviert?

Wie ist die Organisation des Unternehmens für die Zukunft aufgestellt? Ist die strategische Entscheidung, eine neue Stelle in der Organisation mit diesen Aufgaben genau dort zu platzieren, tatsächlich erfolgsversprechend?

Spätestens anhand dieser Frage differenziert sich die Qualität von Beratung. Eines ist aber sicher, der Schlüssel, der ins Schloss passen muss, ist komplexer, als wir bisher angenommen haben.

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